So komprimieren Sie Videos für YouTube ohne Qualitätsverlust
Wie Sie die Video-Dateigröße verkleinern, ohne dass die Qualität leidet Wie Sie die Video-Dateigröße verkleinern, ohne dass die Qualität leidet Wie Sie die Video-Dateigröße verkleinern, ohne dass die Qualität leidet Wie Sie die Video-Dateigröße verkleinern, ohne dass die Qualität leidet Wie Sie die Video-Dateigröße verkleinern, ohne dass die Qualität leidet

Highlights

Durch Videokomprimierung lässt sich die Uploaddauer von Dateien deutlich reduzieren
Ändern Sie Auflösung, Bitrate, Codecs und Container, um die Dateigröße ohne Qualitätseinbußen zu minimieren
Erfahren Sie, wie Sie Videos in Premiere Pro, Final Cut Pro, DaVinci Resolve, HitFilm und VLC komprimieren

Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie mit der Bearbeitung Ihres Videos endlich fertig sind und es bereit zum Veröffentlichen ist, ist stundenlanges Hochladen sicherlich das Letzte, was Sie jetzt wollen. Doch meistens bringt die Standard-Exportoption Ihrer Videobearbeitungs-Software eine riesige Datei hervor, deren Upload bei Videoplattformen eine halbe Ewigkeit dauert.

Aber hier kommt eine gute Nachricht: Es ist möglich, die Größe Ihrer Videodatei und die Uploaddauer deutlich zu reduzieren – und das ohne spürbaren Qualitätsverlust. Dieser Prozess wird als Komprimierung bezeichnet. In diesem Artikel erfahren Sie Folgendes:

  • Was ist Videokomprimierung?
  • Die wichtigsten Begriffe
  • 6 Tipps zur Komprimierung von Videos
  • Wie Sie die Videokomprimierung bei den wichtigsten Bearbeitungsprogrammen vornehmen

Was ist Komprimierung?

Die Videokomprimierung ist ein Vorgang, bei dem die Größe einer Videodatei oder eines Streams verkleinert wird, wobei die ursprüngliche Bild- und Soundqualität so gut wie möglich erhalten bleiben soll. Dies erreicht man, indem überflüssige und unwichtige Daten aus der Videodatei entfernt werden.

Ein paar wichtige Begriffe

Bevor wir uns in technische Erläuterungen stürzen, sollten wir uns zunächst mit der Terminologie rund um die Videokomprimierung vertraut machen:

Encoding

Als Encoding bezeichnet man den Prozess der Umwandlung einer Datei von einem Format in ein anderes. Die 2 Komponenten, die man im Encoding-Verfahren verändert, heißen Codec und Container.

Codec

Ein Codec (ein zusammengesetzter Begriff aus „Coder“ und „Decoder“) ist eine Software, die die Umwandlung von Dateien ermöglicht. Bekannte Beispiele für Codecs sind H.264, ProRes 422 und ProRes 422 HQ.

Container

Einen Container (auch als Wrapper bezeichnet) kann man sich wie einen Umschlag vorstellen, in dem das fertige Video präsentiert wird. Bekannte Containerformate sind MP4, MOV und AVI.

Bitrate

Bei der Komprimierung ist es wichtig, die Rolle der Bitrate zu verstehen. Die Bitrate bezieht sich auf die Datenmenge pro Sekunde Video und wird üblicherweise in Megabit pro Sekunde (MBit/s) gemessen. Wie Sie sich vielleicht schon denken, wird die Dateigröße erheblich durch die Video-Bitrate beeinflusst, da diese festlegt, wie viele Informationen im Video enthalten sind. Allerdings wirkt sie sich auch deutlich auf die Qualität aus, doch dazu gleich mehr.

Tipps für die Videokomprimierung

Bevor wir nun genauer auf den Ablauf der Komprimierung eingehen, sollten Sie ein paar Tipps beherzigen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

1. Machen Sie Aufnahmen im höchstmöglichen Codec und Containerformat

Das Ziel der Komprimierung ist es, Ihr fertiges Video in die richtige Dateigröße zu bringen, ohne dass die Qualität leidet. Wir raten jedoch davon ab, Aufnahmen in einem komprimierten Format zu machen, da dies die Qualität Ihres Videos einschränkt.

Da auch die Effizienz Ihrer nichtlinearen Videobearbeitung eher vom Codectyp als von der Dateigröße abhängt, bescheren Ihnen Aufnahmen in komprimierten Formaten nicht unbedingt eine schnellere Bearbeitung. Beispielsweise lässt sich RAW (ein stark unkomprimiertes Format) bei den meisten nichtlinearen Videoschnittverfahren schneller bearbeiten als H.265 (ein komprimiertes Format), auch wenn die Datei deutlich größer ist. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über Videoformate.

2. Nutzen Sie H.265 für den Online-Upload

Jahrelang galt der Codec H.264 als die beste Option für den Video-Upload bei Plattformen wie YouTube und Facebook. Dieses Format ist immer noch eine gute Wahl, da es für maximale Qualität bei gleichzeitig minimaler Dateigröße optimiert ist und Ihnen erlaubt, die Uploaddauer Ihrer Videos zu reduzieren und reibungslos zu streamen.

Doch ein neuerer Codec, H.265, wird bei Profis immer beliebter, weil er schneller ist und weniger Speicherplatz benötigt. Gleichzeitig finden schnellere Computer, mit denen sich in H.265 encoden lässt, immer stärkere Verbreitung. H.265 entwickelt sich schnell zum neuen Standard-Codec. Wenn Ihr Computer die nötige Leistung bringt, ist dieser Codec definitiv die beste Wahl.

3. Bitrate geht vor Auflösung

Wenn Sie Ihre Videos in 4K oder höher aufnehmen, kann es ziemlich frustrierend sein, Ihr Endprodukt in einem schlechteren Format hochzuladen. Tatsächlich ist es jedoch die Bitrate, die den größten Unterschied bei der Videoqualität ausmacht.

Erstens haben die meisten Bildschirme (Computer/Laptops/Fernseher/Smartphones) auch jetzt noch eine Auflösung von 1080p. Die meisten Zuschauer an den meisten Geräten können Ihr 4K-Video also ohnehin nicht ansehen. Zweitens: Aufgrund eines Konzeptes namens „Sehschärfe“, das sich auf die Fähigkeit des menschlichen Auges bezieht, zwei Punkte (in unserem Fall Pixel) voneinander zu unterscheiden, kann man den Unterschied womöglich nicht einmal auf einem 4K-Bildschirm erkennen. Den Berechnungen des Fotografen Paul Maguire zufolge müsste man, damit die Augen den Vorteil von 4K gegenüber 1080p wahrnehmen, näher als 1,2 Meter vor einem 32-Zoll-Bildschirm stehen.

Die Bitrate wiederum bezieht sich auf die Menge an Informationen, die jeweils pro Pixel übertragen werden. Wird diese zu sehr reduziert, lässt sich ein deutlicher Qualitätsunterschied erkennen. Im nachfolgenden Beispiel wurden beide Versionen des Clips von 4K zu 1080p komprimiert, allerdings wurde ein Clip wurde mit einer hohen Bitrate, der anderen mit einer niedrigen Bitrate komprimiert. Der Qualitätsunterschied zeigt sich vor allem in der Entstehung von Farbstreifen im Bild, wobei die Version mit der niedrigeren Bitrate Schwierigkeiten hat, eine abgestufte Farbverteilung/Luminanz zu erzielen, auch wenn beide Clips die gleiche Anzahl an Pixeln haben.

4. Wählen Sie eine variable Bitrate, wenn möglich

Die Wahl einer variablen Bitrate erlaubt Ihnen, die Bitrate in den Bereichen Ihres Videos, wo ein Qualitätsunterschied nicht wahrgenommen wird (z. B. ein schwarzer Bildschirm oder Aufnahmen mit weniger Details und Bewegungen), zu reduzieren, und sie in Bereichen, wo dieser Unterschied erkennbar ist, auf das empfohlene Niveau zu erhöhen. Dies führt zu einer kleineren Dateigröße ohne erkennbare Unterschiede zu einer Version mit hoher Bitrate.

5. Höhere Bildraten brauchen höhere Bitraten

Ein weiterer Tipp, den Sie zu Bitrates beachten sollten: Videos in höheren Bildraten benötigen eine höhere Bitrate, um eine angemessene Qualität zu erhalten. Da sich die Bitrate anhand der Menge an Daten bemisst, die pro Sekunde Video ausgegeben wird – ausgedrückt in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) – bedeuten mehr Frames, dass die Mbit/s häufiger aufgeteilt werden und damit weniger Daten pro Frame bereitstellen.

6. Der Container MP4 ist das online am meisten akzeptierte Format

Noch einmal zurück zu Codecs und Containern: Der beste Container, der für die meisten Situationen geeignet ist, ist .mp4 und nicht etwa .mov oder andere Formate. Der Hauptunterschied zwischen den beiden ist, dass es sich bei MP4 um einen internationalen Standard handelt, während MOV technisch gesehen ein Apple-eigenes Format ist, das ursprünglich zur Verwendung mit Quicktime entwickelt wurde. YouTube und andere Plattformen akzeptieren zwar oft beide Formate, empfehlen aber generell MP4.

So komprimieren Sie Ihre Videos

Wir haben erklärt, was Komprimierung bedeutet, und Ihnen ein paar Tipps genannt, die Sie beim Komprimieren von Videodateien beachten sollten. Nun werden wir uns die Komprimierungsformate ansehen, die am besten für Sie und Ihre Bedürfnisse hinsichtlich der meisten großen Videoplattformen geeignet sind.

Beachten Sie, dass die unten genannten Schritte von einer gewünschten Auflösung von mindestens 720p, einer Bildrate von mindestens 24–30 fps, dem Codec H.264 und dem Containterformat MP4 ausgehen. Wie gesagt lautet die aktuelle Empfehlung H.265, falls Ihr Computer dazu fähig ist.

Wenn die Bildrate Ihres Videos höher als 30 fps ist, können Sie als Faustregel eine Steigerung der idealen Bitrate um 50 % erwarten. 1080p bei 24 fps sollten also 8 Mbit/s sein, und 1080p bei 60 fps sollte eine Bitrate von 12 Mbit/s ergeben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beste Auflösung und Bitrate für einzelne Videoplattformen und zugehörige Anleitungen, wie Sie Ihre Vidoes mithilfe verschiedener nichtlinearer Videoschnittverfahren und Transcoder komprimieren können. Sie können jede Anleitung an diese Tabelle und die Eigenschaften Ihrer eigenen Videos anpassen. Außerdem finden Sie kurze Videos, in denen der Komprimierungsprozess in den einzelnen Fällen beschrieben wird.

Plattform Auflösung Bitrate
YouTube 4K 35–45 Mbit/s
2K 16 Mbit/s
1080p 8 Mbit/s
720p 5 Mbit/s
Vimeo 4K 30–60 Mbit/s
2K 20–30 Mbit/s
1080p 8 Mbit/s
720p 4 Mbit/s
Instagram 1080p 3500–5000 Kbit/s
720p 3500–5000 Mbit/s
TikTok 1080p 15 Mbit/s
720p 516 Kbit/s

So komprimieren Sie Videos in Premiere Pro

  1. Klicken Sie auf „Datei“ > „Exportieren“ > „Medien“.
  2. Wählen Sie im Dropdown-Menü „Format“ die Option „H.265“ aus.
  3. Klicken Sie auf „Vorgabe“ und wählen Sie im Dropdown-Menü „High Quality“ und anschließend Ihre gewünschte Auflösung.
  4. Scrollen Sie unter der darunter befindlichen Video-Leiste, die standardmäßig ausgewählt sein sollte, zu den Bitrateneinstellungen und achten Sie darauf, dass „VBR, 1 Durchgang“ ausgewählt ist.
  5. Wählen Sie Ihre Bitrate entsprechend der obenstehenden Tabelle (mindestens 8 Mbit/s bei einer Auflösung von 1080 Pixeln).
  6. Klicken Sie auf „Export“ („Exportieren“).

So komprimieren Sie Videos in Final Cut Pro

  1. Wählen Sie „File“ > „Share“ > „Export File“ („Datei“ > „Teilen“ > „Datei exportieren“)
  2. Klicken Sie auf die Leiste „Settings“ („Einstellungen“).
  3. Wählen Sie im Dropdown-Menü „Format“ die Option „Computer“.
  4. Wählen Sie in den „Video Codec“-Optionen „H.265 Better Quality“ („Bessere Qualität“).
  5. Bestätigen Sie Ihre ausgewählte Auflösung.
  6. Klicken Sie auf „Next“ („Weiter“), geben Sie Ihrer Datei einen Namen und klicken Sie auf „Save“ („Speichern“).

So komprimieren Sie Videos in DaVinci Resolve/Studio

  1. Öffnen Sie die „Deliver“-Seite.
  2. Wählen Sie im Dropdown-Menü „Format“ die Option MP4.
  3. Wählen Sie bei „Codec“ die Option H.265.
  4. Bestätigen Sie die Auflösung („Resolution“).
  5. Klicken Sie auf „Add to Render Queue“.
  6. Klicken Sie auf „Render All“

So komprimieren Sie Videos in VLC

  1. Klicken Sie auf „File“ > „Convert/Stream“ („Medien“ > „Konvertieren/Speichern“).
  2. Klicken Sie auf „Open Media“ („Hinzufügen“) und wählen Sie die Videodatei aus, die komprimiert werden soll.
  3. Wählen Sie unter „Profile“ („Profil“) die Option „Video – H.264 + MP3 (MP4)“, klicken Sie dann auf „Customize“ („Anpassen“)
  4. Achten Sie darauf, dass ein Häkchen bei MP4/MOV gesetzt ist, und öffnen Sie die Leiste „Videocodec“.
  5. In VLC wird die Bitrate in Kbit/s anstatt in Mbit/s gemessen, rechnen Sie die obige Tabelle also in Kbit/s um (z. B. 8 Mbit/s = 8000 Kbit/s)
  6. Geben Sie die gewünschte Auflösung in die Felder „Width“ („Breite“) und „Height“ („Höhe“) (1920 x 1080 ist Full HD) ein und klicken Sie auf „Apply“ („Anwenden“) (die anderen Einstellungen werden automatisch in der Videodatei erkannt).
  7. Klicken Sie auf „Apply“ („Anwenden“), wählen Sie den Zielort und benennen Sie Ihre Datei.
  8. Klicken Sie auf „Save“ („Speichern“).

Fazit

Dank der Wunder der Komprimierung ist das Hochladen Ihrer Dateien nun hoffentlich weniger mühsam. Denken Sie daran, dass dieser Leitfaden auf die Komprimierung für Online-Zwecke ausgerichtet ist. Dennoch ist es sinnvoll, weniger stark komprimierte Versionen Ihrer endgültigen Videos zu haben, um sie auf größeren Bildschirmen zu zeigen oder zu einem späteren Zeitpunkt bearbeiten zu können

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Über den Autor

Tim McGlinchey ist Dozent an Nordirlands führender Filmhochschule und lehrt dort in den Fachschwerpunkten Kameraführung, Schnitt und Drehbuch. Sein beruflicher Background liegt in den Bereichen Werbefilm und Narrativer Film, in denen er immer noch intensiv tätig ist, indem er Kurzfilme dreht und Stockmedien für Artlist.io beisteuert.
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