Großartige Filmaufnahmen erfordern eine Kombination verschiedener Faktoren – Sie benötigen eine gute Bildeinstellung und Komposition sowie die richtige Beleuchtung. Entscheidend ist jedoch vor allem die Auswahl des richtigen Kameraobjektivs. Dabei ist es unerheblich, ob Sie einen Spielfilm oder ein YouTube-Video drehen: Wer die verschiedenen Arten von Kameraobjektiven gut kennt, kann das bestmögliche Filmmaterial produzieren. Aus diesem Grund befassen wir uns heute mit dem Thema Kameraobjektive. Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren.
Jedes Objektiv verleiht dem resultierenden Filmmaterial zusammen mit den Sensoren einer Digitalkamera (oder dem Filmmaterial einer Filmkamera) ein bestimmtes Aussehen und Detail. Sie können mit verschiedenen Arten von Kameraobjektiven experimentieren, um kinoreifes Filmmaterial zu erstellen, egal ob Sie einen Spielfilm oder ein YouTube-Video drehen.
Anleitung zur Auswahl eines Kameraobjektivs
Die folgenden Faktoren sollten Sie berücksichtigen und verstehen, wenn Sie sich mit den besten Objektiven für die Videografie befassen.
- Blende: Anhand der Blende lässt sich erkennen, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor gelangen kann. Wird die Blende (die Blendenlamellen) geöffnet, verringert sich die Blendenzahl (oder F-Zahl), und wenn die Blende allmählich geschlossen wird, erhöht sich die Zahl. Die Lichtstärke des Objektivs ist umso besser, je mehr Licht durchgelassen wird. Anders ausgedrückt: Mit einer kleineren Blendenzahl (z. B. f/1,4) fällt mehr Licht ein. Ein Objektiv mit einer niedrigen Blendenzahl wird auch als „schnelles Objektiv“ bezeichnet. Solche Objektive ermöglichen zudem ein viel flacheres Schärfentiefefeld.
- Brennweite: Darunter versteht man den Blickwinkel des Objektivs – also wie viel von der Szene erfasst wird und wie groß einzelne Elemente sein werden. Mit zunehmender Brennweite (100 mm im Vergleich zu 12 mm beispielsweise) wird das Bild stärker vergrößert.
- Festbrennweite vs. Zoom: Man unterscheidet zwischen zwei Haupttypen von Kameraobjektiven: Festbrennweiten (sogenannte Festobjektive) mit nur einer Brennweite sowie Zoomobjektive, die sich zwischen verschiedenen Brennweiten bewegen können.: Auf diese Unterschiede gehen wir weiter unten näher ein.
- Crop-Faktor: Möglicherweise müssen Sie je nach verwendeter Kamera und deren Sensor den Crop-Faktor berücksichtigen. Im Vergleich zu branchenüblichen 35-mm-Vollformatkameras haben beispielsweise Micro-Four-Thirds-Sensoren einen Crop-Faktor von 2,0. Daher erzeugt ein 12-40-mm-Objektiv, das an einer Kamera mit einem Micro-Four-Thirds-Sensor angebracht ist, tatsächlich ein Bild, das dem 24-80-mm-Bereich entspricht.

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- Bildstabilisierung: Heutzutage sind zwar fast alle Kameragehäuse mit einer eingebauten Stabilisierung ausgestattet. Sie sollten jedoch überprüfen, ob dies auch bei Ihrem Objektiv der Fall ist. Dieser Faktor kann sich drastisch auf die Art und Weise auswirken, wie Sie eine Szene aufnehmen, insbesondere bei handgeführten Videoaufnahmen.
- Korrektur der Farbbrechung: Tendenziell verhält sich Licht recht seltsam. Durch die unterschiedliche Brechung verschiedener Farben beim Durchgang durch ein Kameraobjektiv kann es zu merkwürdigen Farbverschiebungen kommen. Informieren Sie sich über dieses Thema, wenn Sie sich für Filmobjektive interessieren.
- Verzerrung: Verzerrungen treten selten auf, da die Hersteller von Linsen versuchen, sie zu berücksichtigen. Es kann jedoch vorkommen, dass gerade Linien an den Rändern eines Rahmens nach innen oder außen gebogen erscheinen. Es empfiehlt sich, Ihre Linse auf solche Verzerrungen zu überprüfen und die Auswirkungen zu berücksichtigen.
Haupttypen von Kameraobjektiven
Welches Objektiv Sie auch in Betracht ziehen, es wird in eine der oben genannten Brennweiten passen. Schauen wir uns im Folgenden die wichtigsten Kameralinsentypen an, damit Sie besser verstehen, welches Objektiv für Sie das richtige ist.
Festbrennweiten
Es gibt Festbrennweiten in allen Brennweiten, aber sie sind immer fest eingestellt. Sie können nicht ein- und auszoomen. Das heißt, Kameraleute müssen die Kamera physisch auf eine Person, ein Objekt, eine Struktur oder eine Landschaft ausrichten, um sie detaillierter zu erfassen, oder weit zurückgehen, um Dinge im Weitwinkel aufzunehmen. Anhänger der klassischen Fotografie würden Festbrennweiten gegenüber Zooms den Vorzug geben, da sie in der Regel eine viel höhere Bildqualität liefern. Der Grund dafür ist, dass sie auf eine bestimmte Brennweite abgestimmt sind und in der Regel auch etwas lichtstärker und heller sind.
Terry Gilliam, der Regisseur von 12 Monkeys, Brazil und anderen surrealistischen Klassikern, ist dafür bekannt, bei seinen Filmen das 14-mm-Objektiv zu verwenden und damit aus niederländischen Winkeln zu filmen. Inoffiziell wird das 14-mm-Objektiv auch „The Gilliam“ genannt. Man kann in seinen Filmen sehen, dass das 14-mm-Objektiv zusammen mit der Platzierung und dem Bildausschnitt der Kamera seinen Schauspielern und Szenen wirklich ein Gefühl surrealer Verzerrung verleiht.
Zoomobjektive
Zooms haben mehrere Brennweiten in einem Objektiv. Beispielsweise bietet ein 24-70-mm-Objektiv alles von 24 mm bis 35 mm, 50 mm und darüber hinaus. Diese Objektive sind zwar nicht ganz so scharf wie Festbrennweiten, werden aber wegen ihrer Vielseitigkeit geschätzt. Mithilfe eines Zooms können Sie schnell den Bildausschnitt festlegen und innerhalb derselben Szene mit verschiedenen Optionen experimentieren, ohne sich physisch bewegen zu müssen.
Weitwinkel
Beim Weitwinkelobjektiv handelt es sich genau um das, was man erwarten würde – ein Objektiv für die Filmkunst, mit dem Sie Aufnahmen in einem weiten Winkel machen können. Alle Aufnahmen im Bereich von 14 bis 35 mm gelten als Weitwinkelaufnahmen. Typische Anwendungsfälle sind Landschafts- und Architekturvideos.
Standard
Das Standardobjektiv liegt zwischen Weitwinkel- und Teleobjektiv. Mit seiner Brennweite kommt ein Standardobjektiv dem menschlichen Sehvermögen am nächsten, weshalb Kameraleute diesen Objektivtyp häufig für einen realistischeren, natürlicheren Look verwenden.
Ein großer Fan des 50-mm-Objektivs war Alfred Hitchcock, und das sieht man seinen Filmen an. Anders als bei Gilliam kommt es in Hitchcocks Filmen kaum zu Verzerrungen – lediglich die Details der Szene werden auf realistische, aber doch einzigartige filmische Weise wiedergegeben. Kultregisseur Akira Kurosawa aus Japan hat ebenfalls 50-mm-Objektive und andere Kameralinsen mit Brennweiten bis hinunter zu 35 mm verwendet, um die menschliche Sichtweise nachzuahmen.
Telezoom-Objektiv
Unter einem Teleobjektiv versteht man alles über 85 mm, was ein enges Sichtfeld und ein vergrößertes Bild ermöglicht. Telezoomobjektive sind eine überlegte Wahl, die für Sport, Tieraufnahmen, Dokumentationen und interessante Bildkompositionen reserviert ist.
Fisheye-Objektiv
Fisheye-Objektive sind eher eine künstlerische Entscheidung. Wir sprechen hier von Ultraweitwinkelobjektiven, mit denen eine sehr starke visuelle Verzerrung (sichtbare Krümmung des Bildrahmens) erzeugt wird, um ein breites Panoramabild zu erstellen. Dieser abstrakte, kreative Objektivtyp kann möglicherweise auch für Immobilienaufnahmen verwendet werden. Der berühmte Hongkonger Regisseur Wong Kar Wai setzte bei seinem Kultfilm „Fallen Angels“ (1995) bewusst auf Weitwinkelaufnahmen.
Macro
Makroobjektive sind eine ganz bestimmte Art von Kameraobjektiven, die ausschließlich für die Aufnahme von Bildern aus nächster Nähe zu Ihrem Motiv entwickelt wurden. Im Grunde genommen handelt es sich um extreme Nahaufnahmen. Mit diesen Objektiven lassen sich hervorragend Aufnahmen von Wildtieren machen, wenn Sie sich auf Insekten oder Unterwassertiere konzentrieren.
Infrarotobjektive
Dies sind vielleicht die speziellsten Objektive von allen. Durch ein Infrarotobjektiv wird Infrarotlicht eingefangen, das mit bloßem Auge praktisch nicht sichtbar ist. Sie können ein solches Objektiv für medizinische Instrumente, Biowissenschaften, Überwachung sowie Sicherheit und Verteidigung verwenden. Bemerkenswert ist, dass Greig Fraser kürzlich für Aufsehen in der Branche sorgte, indem er eine Sequenz von Dune 2 (2024) mit Infrarotobjektiven drehte.
Anamorphotische Objektive
Fast alle Arten von Kameraobjektiven sind sphärisch. Für Filmemacher gibt es jedoch eine spezielle Art von Objektiven, die sogenannten anamorphotischen Objektive, die ihnen Flexibilität beim Seitenverhältnis (Breite und Höhe des projizierten Filmmaterials) ihrer Filmbilder bieten.
Sphärische Objektive wirken sich nicht auf das Seitenverhältnis aus. Anamorphotische Objektive hingegen schon. Mit einem anamorphotischen Objektiv wird das Bild bei der Aufnahme komprimiert und anschließend gedehnt, um in der Postproduktion ein breites und kinotaugliches Seitenverhältnis zu erzielen. Regisseure wie Quentin Tarantino und Wes Anderson haben eine Vorliebe für anamorphotische Objektive, die jedoch recht teuer sein können und für die meisten Filmemacher nicht die richtige Wahl sind.
Lichtstärke und andere Überlegungen
Die Lichtstärke ist ein weiterer wichtiger Faktor. Wer kinoreifes Filmmaterial für einen Kurzfilm oder ein YouTube-Video aufnehmen möchte, benötigt ein Objektiv mit einer großen Blendenöffnung, die viel Licht und Details einlässt.
Ein lichtstarkes Objektiv hat eine niedrige Blendenzahl. Bei einem wirklich schnellen Objektiv würde es sich um ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 1,4 handeln, aber das kann teuer werden. Aus diesem Grund können Sie auch nach Blendenwerten von 1,8 und 2,0 suchen.
Bei Bedarf können Sie einige der oben genannten Objektive sogar ausleihen. Experimentieren Sie mit Brennweiten und Zooms sowie mit Objektiven, die eine Reihe von niedrigen Blendenwerten haben. Nach einiger Übung werden Sie die richtigen Filmobjektive für Ihr Projekt finden.
Blendenzahl
Die Blendenzahl gibt an, wie weit eine Objektivblende geöffnet ist. Wird die Blende (die Blendenlamellen) geöffnet, verringert sich die Blendenzahl (oder F-Zahl), und wenn die Blende allmählich geschlossen wird, erhöht sich die Zahl.
Diese Erklärung ist die beste Art, um die Blendenzahl zu verstehen. Um die optische Definition von Blendenzahl zu verstehen, muss man jedoch wissen, dass es sich dabei um das Verhältnis der Brennweite des Objektivs zum Durchmesser der Blendenöffnung handelt.
Lichtstärke des Objektivs
Für die Aufnahme von Filmmaterial für Ihren Kurzfilm oder Ihr YouTube-Video benötigen Sie ein Objektiv mit einer großen Blendenöffnung, durch die viel Licht und Details einfallen können. Ein Objektiv mit einer großen Blendenöffnung ist ein sogenanntes „schnelles Objektiv“.
Schnelle Objektive haben niedrige Blendenzahlen. Bei einem wirklich schnellen Objektiv würde es sich um ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 1,4 handeln, aber das kann teuer werden. Aus diesem Grund können Sie auch nach Blendenwerten von 1,8 und 2,0 suchen.
Bei Bedarf können Sie einige der oben genannten Objektive sogar ausleihen. Experimentieren Sie mit Brennweiten und Zooms sowie mit Objektiven, die eine Reihe von niedrigen Blendenwerten haben. Nach einiger Übung werden Sie die richtigen Filmobjektive für Ihr Projekt finden.
Sensorgröße
Auch die Sensorgröße ist ein Faktor, der bestimmt, wie Objektive mit einer Kamera interagieren. Sie wird bei Digitalkameras als Maß für den Sensor verwendet, wobei der 35-mm-Film als Vergleichsmaßstab dient.
Die Sensorgröße von DSLR-Kameras beträgt entweder APS-C (Canon verwendet 22,2 x 14,8 mm, während andere 23,5–23,7 x 15,6 mm verwenden) oder Vollformat (36 x 24 mm). Der Begriff „Vollformat“ fällt heutzutage häufig in der digitalen Filmkunst, da die Sensorgröße von 36 x 24 mm dem 35-mm-Film für Kinofilme am nächsten kommt. Anders ausgedrückt können auf diesem Sensor viele Informationen gespeichert werden, genauso wie mehr Licht auf einen 35-mm-Film belichtet werden kann als beispielsweise auf das viel kleinere 8-mm-Filmformat.
Crop-Faktor
Wie bereits erwähnt, haben DSLR-Kameras deutlich kleinere Sensoren im Vergleich zur Referenzgröße des 35-mm-Films. Folglich stellten Filmemacher, die anfingen, DSLR-Kameras mit Objektiven zu verwenden, die für 35-mm-Film optimiert waren, fest, dass Bilder beschnitten wurden. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet bedeutet dies, dass eine DSLR-Kamera, die dasselbe Objektiv wie eine 35-mm-Filmkamera verwendet und dieselben optischen Informationen erhält, einen größeren Teil des Sichtfelds abschneidet als eine 35-mm-Filmkamera.
Zur Berechnung des Crop-Faktors im Vergleich zu 35-mm-Filmen wird der Crop-Faktor der Kamera einfach mit der Brennweite des Objektivs multipliziert. Ein Beispiel: Wenn Sie ein 24-mm-Objektiv an einer Kamera mit einem Crop-Faktor von 1,5 verwenden, erhalten Sie einen Crop-Faktor von insgesamt 36 mm.
Zusammenfassung
Mittlerweile haben Sie sicher erkannt, dass es bei der Wahl des besten Objektivs für das Filmemachen auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse als Kameramann ankommt. Jedes Szenario kann mit einem anderen Objektiv abgedeckt werden, und es liegt an Ihnen als Kreativer, das richtige Objektiv für den Job auszuwählen. Mithilfe der hier aufgeführten Tipps und Ratschläge können Sie nun eine fundierte Entscheidung treffen!
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