Ursprünglich nur eine Spielerei scheinen sich 360-Grad-Videos auf Jahre hinaus als das nächste große Ding zu erweisen. Traditionelle Filme und Videos werden zwar nie von 360-Grad-Videos verdrängt oder ersetzt werden, aber in den letzten Jahren haben sie einen regelrechten Aufschwung erlebt. Sie haben damit in der Welt der Online-Videotrends letztendlich ihren eigenen Stellenwert gefunden. Unfassbare Action-Aufnahmen von einem Mountainbiker, der einen Berg hinab rast? Beeindruckende Rundum-Besichtigungen von Immobilien mit einem VR-Headset? 360-Grad-Videos werden nach und nach zum Standard und uns gefällt das so. Das macht es heute einfacher denn je, 360-Grad-Videos zu erstellen.
Einen totalen Neuling wird es jedoch immer noch ein wenig überwältigen, oder? Die Bedienung ist komplexer als bei einer klassischen Vlogging-Kamera. Der folgende Artikel beantwortet die Frage, was ein Rundum-Video ist und warum die Erstellung solcher Videos Sinn macht. Anschließend zeigen wir Ihnen die einzelnen Schritte, wie Sie mit Ihrer 360-Grad-Videokamera ein 360-Grad-Video aufnehmen können. Legen wir los!
Was ist ein 360-Grad-Video?
Einfach ausgedrückt, ist ein 360°-Video eine Videoaufnahme, bei der eine Ansicht in alle Richtungen gleichzeitig aufgenommen wird. Es wird mit einer Rundumkamera (oder einer Reihe von Kameras, wenn Sie möchten) aufgenommen und ermöglicht es den Zuschauern, eine 360-Grad-Welt zu sehen. 360-Grad-Videos werden auch als 360-VR-Videos, sphärische Videos oder immersive Videos bezeichnet. All diese Bezeichnungen sind im Grunde dasselbe.
Welchen Zweck hat ein 360-Grad-Video?
Weshalb sollte man also etwas über die Erstellung von 360-Grad-Videos lernen? Nun ja, die praktischen Aspekte sind sehr speziell im Vergleich zu anderen Kameratypen. Andererseits sind sie für bestimmte Einsatzgebiete außerordentlich nützlich.
Verbessern Sie die Action
Grundsätzlich: Mit einer 360-Grad-Videokamera im Freien aufgenommene Sport- oder Action-Videos können einzigartige Aufnahmen liefern, bei denen das Publikum aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Sie werden Ihre Zuschauer begeistern, wie sie es noch nie erlebt haben. Man kann sich selbst aus einem anderen Blickwinkel „filmen“, der zuvor nur mit einem weiteren Kameramann realisierbar war.
Involvieren Sie Ihre Zuschauer
Selbstverständlich ist es nicht nur spannend, 360-Grad-Videos anzusehen, sondern auch selbst daran teilzunehmen, nicht wahr? Durch das Gefühl, Teil der von Ihnen geschaffenen Umgebung zu sein und sich „in Ihrer Welt zu befinden“, identifizieren sie sich stärker damit und sehen sich automatisch mehr an.
Lehrreiche Videos
Aus denselben Gründen, aus denen 360-Grad-Videos ein intensiveres Videoerlebnis bieten, können Sie auch ein Video für Bildungszwecke erstellen. Im Reisemarketing werden Destinationen viel ansprechender in Szene gesetzt. Und überall auf verschiedensten Messen sieht man faszinierte Menschen, die mit ihren VR-Headsets eine 360-Grad-VR-Videotour machen.

Welche Ausrüstung braucht man für ein 360-Grad-Video?
Diese noch relativ junge Technologie befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Auf dem Markt sind dementsprechend noch viele verschiedene 360-Grad-Videokameras erhältlich. Sich für eine bestimmte Kamera zu entscheiden, kann sich schon schwierig gestalten. Wir würden Anfängern, für die Preis, Benutzerfreundlichkeit und Qualität entscheidend sind, gerne zwei Optionen besonders ans Herz legen, die sich ganz besonders von den anderen 360-Grad-Videokameras abheben:
- GoPro Max

Quelle: GoPro
- Insta360 ONE X2

Diese beiden könnte man unter dem Strich wohl als „Budget-Kameras“ bezeichnen. Mit vergleichsweise einfacher Bedienung bieten sie jedenfalls hervorragende Qualität bei 360-Grad-Videos.
Nachfolgend Tipps für den Einstieg.

Tipps für die Aufnahme eines 360-Grad-Videos
Auf die Ausrichtung achten!
Das A und O, ist die Ausrichtung Ihres Kamerastativs oder Selfie-Sticks: und zwar direkt unter Ihrer 360-Grad-Videokamera. Eine falsche Kamerapositionierung zeigt bei der Bearbeitung den Selfie-Stick, während Sie das Video zusammenfügen (mehr dazu weiter unten).
Richten Sie die Kamera direkt auf Ihr Motiv aus
Die kleine, auffällige Linie, an der die Videos der beiden 180-Grad-Kameras zusammengefügt werden, nennt man „Nahtstelle“. Und genau darauf sollte auf keinen Fall Ihr Sujet-Fokus liegen: Ihr Werk wäre als amateurhaft erkennbar und würde Ihr Publikum aus dem Konzept bringen.
Halten Sie Ihr Objektiv immer sauber
Diese Regel trifft im Prinzip auf jede Kamera zu. Es ist jedoch äußerst wichtig, dass Sie das Objektiv Ihrer 360-Grad-Videokamera reinigen. Jede Form von Schmutz – auch noch so minimale Partikel an Staub – fällt auf und verschlechtert die Qualität Ihres Videos.
Drehen Sie nur möglichst kurze Clips
Ihr Computer hat beim „Stitching“ (Zusammenfügen) des Videos etliche Rechenoperationen durchgeführt. Diesen Aufwand sollten Sie möglichst gering halten.Halten Sie sich an Clips, die nicht länger als 2 Minuten sind, und Sie verringern Ihren Arbeitsaufwand bei der Bearbeitung drastisch.
Gute Beleuchtung
Selbstverständlich gilt dies für fast jede Kamera, jedoch in besonderem Maße für eine 360-Grad-Videokamera. Ihr Dynamikumfang ist nicht sonderlich beeindruckend (man muss sich nur ansehen, wie klein sie sind). Dementsprechend können Sie ganz einfach die Qualität Ihres 360-Grad-Videomaterials erheblich durch Drehorte mit guter Beleuchtung verbessern.
Nicht vergessen: Probieren geht über Studieren!
Als eine ganz neue Technologie stellen 360-VR-Videos die Konzepte und Lektionen des traditionellen Filmhandwerks auf eine harte Probe. Trauen Sie ruhig, über den Tellerrand zu schauen und Grenzen auszuloten. Gerade das macht immersive Videos aus!
Wie man ein 360°-Video bearbeitet
Die bisherigen Erläuterungen zur Erstellung von 360-Grad-Videos haben u. a. das „Stitching“ hervorgehoben. Klingt zwar anspruchsvoll, ist aber in Wirklichkeit kinderleicht. Sowohl die GoPro Max als auch die Insta360 ONE X2 sind 360-Grad-Videokameras, sind mit 180-Grad-Kameras ausgestattet und daher auf gegenüberliegenden Seiten filmen. Um anschließend Ihr sphärisches 360-Grad-Video zu erstellen, müssen Sie dieses Filmmaterial im Schnitt zusammenfügen.
Zu Ihrem ganz großen Vorteil verfügen die GoPro Max und die Insta360 ONE X2 über eine 360-Video-Editor-Software, mit der sich Ihre Aufnahmen ganz einfach und problemlos zusammenfügen lassen – genau deswegen empfehlen wir diese beiden Kameras wärmstens! Laden Sie einfach die entsprechende App auf Ihr Smartphone oder Ihren Desktop-PC herunter. Damit können Sie die 360-Videodatei direkt ansehen.
Hier ist Ihnen nun auch die Auswahl von Keyframes und anderen Bearbeitungsoptionen möglich, beispielsweise zum Einfügen des Filmmaterials in ein traditionelles Video (z. B. ein klassisches 16:9-1080p-HD-Video auf YouTube).
Wenn Sie das Material als „echtes“ 360°-Sphärenvideo hochladen möchten, können Sie es auch gleich exportieren.
Damit das Video vollständig immersiv ist, benötigen Sie diesen Spatial Media Metadata Injector.
Mann, das klingt technisch – aber keine Sorge! Starten Sie die App und, aktivieren Sie einfach das Kontrollkästchen „Mein Video ist sphärisch (360)“. Öffnen Sie dann Ihre Datei und klicken Sie auf „Metadaten einfügen“. Tadah! Laden Sie diese neue Datei jetzt einfach hoch: auf YouTube, Facebook oder wo auch immer sonst Sie Ihr 360-Grad-Video veröffentlichen wollen.
Wie Sie Ihr 360-Video hochladen
Zum Abschluss bleibt Ihnen wohl nur noch eine Frage: Wie lädt man ein 360-Grad-Video auf YouTube, Facebook oder eine der anderen Social-Media-Plattformen hoch, auf denen man sphärische 360-Grad-Videos ansehen kann? Ganz einfach: Nach dem Export der Datei mit dem „Spatial Media Metadata Injector“ lässt sich ein 360-Grad-Video genau wie ein normales Video hochladen.
Aber bitte haben Sie Geduld – denken Sie daran, dass die Verarbeitung dieses 360-Grad-Videos einige Zeit in Anspruch nimmt. Nachdem das Video fertiggestellt ist, sollten Sie sich beim Anschauen des sphärischen Videos mittels Tastatur und Maus darin „umsehen“ können! Und falls Ihr Gerät einen Touchscreen hat, bewegen Sie „sich“ einfach durch Ziehen und Verschieben mit Ihren Fingern.
Zusammenfassung
Nun sind Sie als Anfänger mit allem vertraut, was Sie über die Erstellung eines 360-Videos wissen müssen. Auf den ersten Blick kann es natürlich etwas einschüchternd auf Sie wirken. Mit den von uns empfohlenen 360-Grad-Videokamera-Optionen und der dazugehörigen 360-Video-Editor-Software ist das Erlebnis mittlerweile jedoch weitgehend unkompliziert und problemlos.
Also los! Experimentieren Sie mit dieser neuen, aufregenden Technologie. Ihre Videos werden eine ganz neue Dimension erreichen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!
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