Ich sags gleich vorab: Dies ist keine Anleitung, um KI Slop zu erstellen. Den kann schließlich jeder in weniger als einer Minute erzeugen, was ihn komplett nutzlos macht, weil die Algorithmen ihn zumeist erfolgreich aussortieren. Vielmehr geht es darum, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren: deinen einzigartigen kreativen Stil und KI als Werkzeug. In diesem Blog helfe ich dir dabei zu verstehen, wie KI-Tools zur Erweiterung deiner Fähigkeiten werden können und wie du deinen Workflow damit optimieren kannst.
Zurzeit bemerkst du vielleicht auch eine negative Grundstimmung gegenüber generativer KI, besonders im kreativen Bereich. Zum Beispiel las ich kürzlich auf Reddit, dass Fans von FKA Twigs betonten, sie habe für ihr neues Musikvideo keine KI genutzt – als ob man grundsätzlich davon ausginge, alles Generierte sei KI Slop. Ich sage nicht, dass wir bedenkenlos generieren und publizieren sollten; es ist verständlich, dass Künstler Angst davor haben, ihre persönliche Note zu verlieren. Oft ist es verlockend, KI als Abkürzung zu verwenden, selbst wenn die eigenen Fähigkeiten diese übertreffen. Ich ertappe mich auch manchmal dabei, Blog-Titel zu generieren – nur um am Ende wieder zu meinen Eigenen zurückzukehren, die ich viel lieber mag.
Die Zeitersparnis ist zwar ein gutes Argument, schließlich will ich nicht von meinen Konkurrenten überholt werden. Aber das würde auch heißen, dass ich eigentlich alles von ChatGPT machen lassen sollte, wodurch wir dann wieder beim KI Slop wären. Das heißt, wir müssen gut abwägen, wo und wann wir künstliche Intelligenz einsetzen und nicht jeder Verlockung verfallen.
Was heute in Foren argwöhnisch kommentiert wird, ist morgen nur noch ein Werkzeug, das es gilt, besser kennenzulernen und sich zu eigen zu machen. Denn generative KI lässt uns Barrieren überwinden: Um Traumwelten entstehen zu lassen, brauchen Filmemacher nicht mehr unbedingt ein großes Budget. Der Kreativität sind im wahrsten Sinne keine Grenzen mehr gesetzt, aber um etwas Wertvolles zu erschaffen, muss dieser Funke Kreativität bereits da sein.
Best Practices GEGEN KI Slop und FÜR kreative Beflügelung:
- Hybridansatz: Nutze KI nie, um das gesamte Projekt von Anfang bis Ende zu erstellen. Trage mindestens einen Teil selbst bei, egal ob das die Idee, die Umsetzung oder die Technik ist.
- Persönliche Stärken: Jetzt ist es umso wichtiger zu verstehen, wo deine Stärken liegen und wo deine persönliche Note liegt. Konzentriere dich weiterhin darauf, diese weiter zu unterstreichen.
- Smarte Delegation: Als cleverer Creator lässt du die KI die Lücken dort füllen, wo dein Talent zu kurz kommt. Kannst du etwas nicht gut? Lass einfach die KI übernehmen und leite nur an. Color Grading ist ein gutes Beispiel dafür. Wenige sind gut darin oder machen es besonders gerne. Das AI Color Grading Tool von Artlist kann das einfach für dich übernehmen.
- Muse statt Geschwindigkeit: Konzentriere dich auf das, was du liebst; auch wenn KI es schneller kann, wirst du besser darin – das gibt dir deine kreative Kante zurück.
- Stilfusion: Für Videos: KI erweitert unsere Möglichkeiten enorm, aber mixe KI mit deinem eigenen Stil bzw. finde ihn wenn du noch am Anfang bist.
- KI als Sparringspartner: Erzähle deine eigene Geschichte und lass KI dabei helfen, deine Betriebsblindheit aufzudecken. Ist die Story rund, hat der Zuschauer alle Infos um sie zu verstehen? KI quasi als Sparringspartner.
- Zeitfalle vermeiden: Vermeide die Zeitersparnis-Falle und nimm dir Zeit für das Kreative. War das nicht der Grund wieso du eigentlich damit angefangen hast?
Ein großartiges Beispiel ist Paul Trillo mit seinem Musikvideo für Washed Out, bei dem er mit OpenAIs Sora (noch die erste Version) über 800 KI-Clips erstellt und daraus 55 Shots für das finale Video ausgewählt hat. Trillo nutzte dabei seine jahrelange Produktionserfahrung, um Sora präzise Anweisungen zu Kameraperspektiven zu geben – massive KI-Nutzung, aber so kuratiert und durch seine kreative Vision geleitet, dass ein einzigartiges Werk entstand.
Und auch ich habe KI heute bereits voll in meine Produktionskette aufgenommen.
Mein typischer Kreativprozess für ein UGC-Video:
Planung & Recherche:
- Nach einer groben Storyboard-Skizze suche ich Videomaterial.
- Ich erstelle gern ein Artboard mit Artlist, das mir alle passenden Aufnahmen zeigt, ohne viel suchen zu müssen.
- Ich plane, welche Parts ich selbst mit Artlist generiere, wann ich vor der Kamera sein will und was einfaches Stockmaterial sein darf.
Script-Optimierung:
- Ich nutze LLMs, um Skriptlücken zu erkennen.
Basis-Produktion:
- Zuerst filme ich mich als Basis.
- Oft entferne ich den Hintergrund und generiere ein passendes Bild als Videohintergrund. Zum Beispiel mit Nano Banana Pro.
KI-Generierung:
- Dann folgt die KI-Video-Generierung, bei der ich sehr kreativ sein kann. Am besten gehorchen mir Sora 2 Pro und Veo 3.1.
- Ich schreibe alle Prompts auf und teste verschiedene Modelle – Artlist macht es super einfach, alles auf einer Plattform und in einem Abo zu probieren.
- Wenn ein Video einfach nicht gelingen will, gehe ich einen Schritt zurück, generiere stattdessen ein Bild als Basis und animiere es erst im nächsten Schritt. Das ist einfacher.
Post-Produktion:
- Beim Editieren füge ich Stockmaterial aus Artlist hinzu, ich liebe die große und stylische Auswahl.
- Danach optimiere ich den Schnitt und das Timing.
- Zum Schluss wähle ich Soundeffekte und Musik aus meinem Artboard aus.
Und schon ist mein Video fertig, mit einem guten Mix aus Eigenaufnahmen, KI-generierten Szenen und Stockfootage – es fühlt sich immer noch sehr nach mir an. Ganz ohne KI Slop!
Es ist verrückt, wie schnell wir uns an die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz gewöhnt haben. Letztens fragte ich meine Teilnehmer eines KI-Prompting-Kurses: Könnt ihr euch vorstellen, wieder ohne KI zu arbeiten? Wir waren uns alle einig: Das ist heute nicht mehr vorstellbar.
Oft vergleiche ich KI als Technologie mit dem Internet. Anfangs konnte man auch noch so tun, als wäre es nicht so essenziell, aber heute können wir uns eine Welt ohne Internet nicht mehr vorstellen und hinterfragen dessen Sinn nicht mehr. So wird KI in Zukunft auch sein.
Diese Zukunft kann ganz schön einschüchtern, und ich verstehe, dass sich Filmemacher und Creator wegen der ständigen Updates und des Fortschritts Sorgen machen, dass ihre Kreativität überflüssig werden könnte. Aber wenn wir jetzt schon genervt von KI-Slop sind, wird es in einiger Zeit noch viel schlimmer. Denn sobald immer mehr Menschen KI nutzen können, verschwindet der Wettbewerbsvorteil derer, die weniger talentiert sind. Der neue Standard wird KI plus Kreativität sein. Arbeiten ohne KI wird dann zum Luxusgut.
Es ist besser, dir schon heute KI zu eigen zu machen und dich damit zu befähigen, statt gegen sie zu kämpfen.
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